Das Festival-Programm 2026 zum Download.

Das Berliner Hörspielfestival der freien Szene steht dieses Jahr unter dem Motto „übersteuert“. Denn: Übersteuert ist die Welt, in der wir leben – übersteuert ist der Kunstgriff am Regler als Gegenaktion! Dazu Themenschwerpunkte zu freien Radios und Soundart sowie die bewährten Wettbewerbe um die Brennenden Mikros, Live-Acts, Installationen, Gespräche, Workshops, Kinderbetreuung und Begleitservice.

Nix verpassen, Newsletter abonnieren!

Festival-Tickets hier!

Eintritt für das Programm vor 17.00 Uhr frei

Donnerstag, 17. September 2026

Das lange brennende Mikro und mehr
Foto: Berliner Hörspielfestival / Anke Beims
Foto: Berliner Hörspielfestival / Anke Beims
Foto: Berliner Hörspielfestival / Anke Beims

11.00 – 17.30 Uhr / Clubraum
Arbeitstreffen: Das lange brennende Mikro (#LBM)
Moderation: Anja Penner

Die Nominierten für den Wettbewerb Das lange brennende Mikro (Stücke mit einer Länge von 20-60 Minuten) diskutieren mit den Rundfunk-Dramaturg*innen und Hörspiel-Experten Julia Gabel, Ingo Kottkamp (beide DLF) und N.N. über ihre Werke.
Eine Feedbackrunde mit Hörspielausschnitten. 

Teilnahme nur mit Anmeldung unter: info@berliner-hoerspielfestival.de

Die Hörstücke können an allen Tagen in voller Länge in der „Höhle der Brennenden Mikros“ gehört werden – entweder on demand mit Kopfhörern oder zu festen Zeiten in Anwesenheit der Macher*innen, mit Publikumsgespräch im Anschluss (s. u.). Die Spielzeiten werden in Kürze hier bekannt gegeben sowie vor Ort ausgehängt. Das Jurygespräch und die Verleihung der Preise finden am Sonntag, 20. September, um 16 Uhr im Clubraum statt. Detaillierte Infos zu den Stücken finden sich hier.

11.00 – 13.00 Uhr
1 Elena Ubrig: Die Abteilung für elektrische Ohren / 23:15
2 Forschungsgruppe Detektor: Die Entsiegelung einer Ecke / 40:01
3 Jess Hamilton, Freya Mulvey: SOIL Rewilding the Underground / 44:33 (hier gibt es das Skript auf Deutsch)
4 Anderer Kunstverein e.V.: Mamluk Versuch #3 / 47:53 

14.00 – 15.30 Uhr
5 Dimitri Kousis, Boris Ghanem: Pangée / 60:00  (hier gibt es das Skript auf Deutsch)
6 Giacomo Bagni, Veronica Lugaro: Parallele / 28:44 (hier gibt es das Skript auf Deutsch)
7 Mirjam Zeise: Sie ist eine Rose im Tal / 25:35


16.30 – 18.30 Uhr
8
Mariola Brillowska: Frau in Blau sucht n Mann / 55:49
9 Jörg Piringer: verbrenner / 51:25
10 Kamala Dubrovnik, Max Hurlebaus: Weltraumradio Satinfunk / 38:16


Hörspiele mit sind Debütwerke und konkurrieren zusätzlich um den spartenübergreifenden Förderpreis Das zündende Mikro (Preisverleihung 20.09.2026, 21.30 Uhr).


Freitag, 18. September 2026

Das glühende Knopfmikro und mehr


10.00 – 17.00 Uhr / Studio für Elektroakustische Musik

Workshop „Immersives Audio“ (mit Malte Giesen)

Wer schon immer einmal aus dem Stereo-Panorama ausbrechen und auf bis zu 16 Kanälen mit Audioerfahrungen in 3D experimentieren wollte, bekommt hier die Gelegenheit dazu. Zusammen mit dem Leiter des Studios, Malte Giesen, wird eigenes Material bis zu einer Länge von fünf Minuten exemplarisch bearbeitet. Es können Hörspielszenen, Field Recordings, Interviews oder Originaltöne und Sounds aller Art sein. Dabei werden die verschiedenen Möglichkeiten der „Verräumlichung“ von Klängen erläutert und ausprobiert.



Wenn ihr am Workshop „Immersives Audio“ teilnehmen möchtet, meldet euch bitte bis zum 10. September unter info@berliner-hoerspielfestival.de mit dem Betreff „Immersives Audio“ an. Um die Zahl der kurzfristigen Absagen und Nichterscheinungen zu reduzieren, erheben wir in diesem Jahr eine Schutzgebühr von 100 Euro. Diese bekommt ihr selbstverständlich zurück, sobald ihr am Workshop teilnehmt.

Eure Anmeldung ist verbindlich, sobald die Schutzgebühr auf unserem Vereinskonto beim Berliner Hörspielfestival e. V. bei der Deutschen Skatbank eingegangen ist:

IBAN: DE70 8306 5408 0004 2064 52
BIC: GENODEF1SLR
Verwendungszweck: „Immersives Audio“

(C) Bastian Thiery
Das Bild zeigt das elektroakustische STudio von innen.
Studio für elektroakustische Kunst (C) Kai Bienert

11.00 – 12.00 Uhr / Clubraum
Kling Klong

Inklusion: Workshop-Präsentation und Gespräch

Blinde und sehbeeinträchtigte Schüler*innen der Berliner Johann-August-Zeune-Schule haben mit Stella Luncke und Josef Maria Schäfers Kurzhörspiele produziert. Es gibt Hörbeispiele sowie ein Gespräch mit den Macher*innen.
Moderation: Stella Luncke


14.00 – 15.00 Uhr / Clubraum
Hörspiel, einfach – einfach Hörspiel!

Inklusion: Workshop-Präsentation und Gespräch

Das Hörspiel „Im Sumpf“ entstand mit den Einfach-Reportern der Lebenshilfe Berlin. Das inklusive Team entwickelte ein Kriminalhörspiel rund um den Plötzensee und setzte es direkt um. Nach dem gemeinsamen Hören sprechen die Macher*innen über den Entstehungsprozess.
Moderation: Stella Luncke


15.30 – 17.00 Uhr / Clubraum
Der Audiowalk-Award

Preisverleihung und Hörstationen

Moderation: Massimo Maio

Soundmarker, das Labor für ortsbezogene Audioarbeiten, und Guidemate, die Plattform für Hörspaziergänge, zeichnen aktuelle Produktionen aus. Gesucht wurden künstlerisch mutige und inhaltlich anspruchsvolle Arbeiten. Die prämierten Stücke werden vor Ort erlebbar sein.


17.30 – 18.30 Uhr / Clubraum
Das glühende Knopfmikro (#GKM)

Wettbewerb für Hörstücke von 1 bis 5 Minuten, TEIL 1 – mit Gesprächen mit den Produzent*innen

Moderation: Chris*W*Find

1 Cristina Marras: A Woman In Her 30s / 03:00
2 Doreen Ignaszewski: αυτή (Sie) / 02:55
3 Ingrid Adler, Marie Nest: FemFrequency – Ein Lebenskaleidoskop / 04:57
4 Dana Schuster: Tanz mit mir / 04:11
5 Vivien Schütz, Laura Rojas Aponte: Red Card / 03:00

Detaillierte Infos zu den Stücken finden sich hier!

Hörspiele mit sind Debütwerke und konkurrieren zusätzlich um den spartenübergreifenden Förderpreis Das zündende Mikro (Preisverleihung Sonntag, 20.09.2026, 21.30 Uhr).


19.00 Uhr / Saal
Festival-Eröffnung

Mit Andreas Ammer (Hörspielmacher und AdK-Mitglied), Rainer Suckow (Museum Funkerberg) und Vertreter*innen des Berliner Hörspielfestival e. V.


19.30 – 20.30 Uhr / Saal
Half dead – Half alive

Live-Act von Ute Wassermann (Stimme und Objekte) und Joke Lanz (Turntables)

Stimme und Turntables verbinden sich zu einem grenzüberschreitenden akustischen Trip am Kipppunkt zum Kontrollverlust. Eine Achterbahn vokaler, physischer und elektro-akustischer Aktionen. In einer Tour de Force mischen sich Schnipsel von Field Recordings mit technoiden Rhythmen, cartoonhaften Sprachfetzen, verdrehten Melodiefragmenten, Stop-and-Go-Grooves und Loops.

Turntableist Joke Lanz kombiniert rituellen Reduktionismus mit anarchistischer Verspieltheit und atmosphärische Klanglandschaften mit Cut-Up-Noise: Massive Scratches, Soundwalls, Grooves, Loops, Noises und Stimmmodulationen. Dies trifft auf Ute Wassermanns Extrem-Gesang, auf ihre mit Vogelpfeifen und Objekten markierte Stimme: eine Klangwelt von Vogel- und Insektenstimmen, elektronischen und maschinenähnlichen Geräuschen sowie fragmentierter Sprache.

(C) Udo Siegfried
(C) Udo Siegfried
(C) Udo Siegfried

21.00 Uhr / Clubraum
Das glühende Knopfmikro (#GKM)

Wettbewerb für Hörstücke von 1 bis 5 Minuten, TEIL 2 – mit Gesprächen mit den Produzen*innen


6 Muriel Line Blomeyer: How to Louvre / 03:00
7 Studlar / Kmet / Blumenschein: Antikapitalistisches Globalbrot / 05:00
8 Adi Traar: RELAXXX / 05:00
9 Thomas Breher: Verifiziert / 04:48 
10 Jörn Kucharzeck, Sofia Telizki: Wir haben euch gewarnt / 02:25

Alle Hintergrundinfos zu den nominierten Stücken und Personen findet ihr hier!

Hörspiele mit sind Debütwerke und konkurrieren zusätzlich um den spartenübergreifenden Förderpreis Das zündende Mikro (Preisverleihung Sonntag, 20.09.2026, 21.30 Uhr).

anschließend: Preisverleihung (Publikumsvoting und Online-Voting) für Das glühende Knopfmikro (#GKM) 2026


Samstag, 19. September 2026

Das kurze brennende Mikro und mehr


13.30 – 15.00 Uhr / Clubraum
Wieso? Weshalb? Warum? Das kleine www der Freien Radios

Podiumsdiskussion

Was sind freie Community Radios? Unabhängige Orte der freien Rede? Lokale Szenetreffs oder internationale Vernetzungs-Plattformen? Pulsierende Experimentalstationen oder engagierte Foren des Aktivismus? Kreative Kunststätten oder kulturelle Bildungszentren? Wir fragen nach den Formen, Potentialen und Zukunftsperspektiven der unabhängigen Radios auf UKW und darüber hinaus.

Mit Frank Diersch (Radio Industry/Radio Woltersdorf), Reto Friedmann von blablabor (Guerilla-Radio), Maria Paula Mondragón (Refuge Worldwide), Mariam Otarashvili (Mutant Radio), Judith Wajsgrus (Cashmere Radio), Marianne Ballé Moudoumbou (Freie Radios Berlin Brandenburg e. V.).

Moderation: Jörg Wagner (Podcast „Die Medienhölle“)

Judith Wajsgrus (geb. 1994) ist als Kulturmanagerin in den Bereichen Film und Radio tätig. Zu ihren Schwerpunkten zählen der Filmvertrieb sowie die Produktion von Festivals und Veranstaltungen. Sie ist seit langem Mitglied des Berliner Community-Radios Cashmere Radio und derzeit dessen Sendeleiterin.

Maria Paula Mondragón ist eine Produzentin, Live-Künstlerin und DJ aus Kolumbien, die in Berlin lebt und sich für die unabhängige Radiostation Refuge Worldwide engagiert. Ihre musikalischen Erkundungen beschäftigen sich mit den Feinheiten lateinamerikanischer Rhythmen und deren möglichen Verschmelzung mit bass music, Dub und Ambient.

(C) JD J

Die in Tiflis geborene und in Berlin lebende Mariam Otarashvili ist eine Kulturvermittlerin mit Wurzeln im Journalismus und Mediendesign. Bei Mutant Radio ist sie für die Kommunikation und die Koordination der Künstler zuständig und fördert damit vielfältige kreative Stimmen. Im Rahmen ihrer Arbeit bei Cultures of Resistance unterstützt sie Dokumentarfilmprojekte und globale Initiativen, die Aktivismus und Kunst verbinden und sich für Gerechtigkeit, Frieden und Solidarität einsetzen, wobei der Schwerpunkt auf der Stärkung von Künstlern und Gemeinschaften im Nahen Osten und in Afrika liegt. Mariams Erfahrung umfasst Geopolitik, kreative Zusammenarbeit und Artivismus und unterstreicht die transformative Kraft der Kultur bei der Förderung des Dialogs und der Herbeiführung bedeutender Veränderungen über Grenzen hinweg.

Frank Diersch wurde 1965 in Berlin Ost geboren, absolvierte eine Lehre zum Facharbeiter für Reprotechnik und ein Studium an der Fachschule für Werbung und Gestaltung, Berlin bei Manfred Paul und Bodo Müller. Meisterschüler bei Prof. Dieter Goltzsche und Atelierstipendium an der Akademie der Künste Berlin, Pariser Platz. Mit Thomas Müller 2016 Gründung des Community-Radio »Radio Woltersdorf« (BFR), 2020 Gründung »Studio für Radio + Grafik« und 2021 Radio Industry, Festival für Kunst und Gegenwart.

Seit 2005 Lehraufträge an zahlreichen Hochschulen, u.a. Universität der Künste Berlin. 1998 Egmont-Schaefer-Preis für Zeichnung, 2016 Kunstförderpreis des Landes Brandenburg, 2016 Pirosmani-Stipendium und Aufenthalt in Georgien, 2018 und 2024 Brandenburgischer Kunstpreis, 2021 Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds, 2025 nominiert mit dem Team Radio Industry zum Wettbewerb für die Klosterruine Berlin.

Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland, Frank Diersch lebt und arbeitet als Zeichner, Dozent, Kurator und Radiomacher in Woltersdorf.

(C) Dominique Züger

Reto Friedmann ist Teil des Künstlerduos blablabor (zusammen mit Annette Schmucki) und ein profunder Kenner der schweizerischen freien Radioszene und deren Geschichte. Hat da vieles zu erzählen. Reto Friedmann war Gründer und Geschäftsführer der Verbandsradioschule klipp & klang radiokurse, Mitglied der Betriebsgruppe und später Stiftungsrat und Sekretär der Stiftung alternatives lokalradio zürich alr., Vorstand unikom. Mit der Gründung und Leitung von so21 kunstradio bei radio lora, dem Mitveranstalten des Hörspielwettbewerbs hörnetz3 und des Reiseradios schuf er in diesem Umfeld ein Netzwerk für Radiokunst. Und: Guerilla Radio!

Marianne Balle Moudoumbou ist Mitglied im Vorstand des Bundeselternnetzwerks der Migrantenorganisation für Bildung und Teilhabe (bbt) und Diplom-Dolmetscherin. Sie ist Vorstandsmitglied des Freies Radio Potsdam (von Frrapò) e.V. , ein Mitglied des „Freie Radios Berlin-Brandenburg e.V.„, den sie vertritt. FR-BB ist ein Zusammenschluss unabhängiger, nichtkommerzieller Radiostudios. Marianne Ballé Moudoumbou studierte Angewandte Sprachwissenschaften an der Sorbonne Nouvelle in Paris. Sie lehrte in Berlin community-basierte Forschungsansätze an der Universität der Künste („Atlas der Abwesenheit“) und zuvor auch an der Alice-Salomon-Hochschule (Ubuntu, Umweltgerechtigkeit). Zu ihren Hauptforschungsgebieten gehören panafrikanische Frauenbewegungen und partizipative Methoden zu Restitutionsprozessen. In Potsdam leitet sie das Brandenburgische Teilprojekt VIW-Vitamin P-Chancenpatenschaften. Als Sprecherin des Pan-African Women’s Empowerment & Liberation (PAWLO)-Masoso e.V., Mitbegründerin des Zentralrats der Afrikanischen Gemeinde in Deutschland e.V., Mitglied im Vorstand der Bundeskonferenz der Migrant*innen-organisation (BKMO) und vom Verband für Interkulturelle Wohlfahrtspflege, Empowerment und Diversity (VIW) engagiert sich für Empowerment, eine offizielle Anerkennung der während der „Maafa“ – Große Zerstörung – verübten Völkermorde und Verbrechen und für entsprechende Restitutionen und Reparationen (Stichwort DDPA 2001), und daher auch für Frauen und Frieden (UN-Resolution 1325) und neuzugestaltende internationale Beziehungen. Mit dem Berlin-Brandenburger „Band für Mut und Verständigung – Engagement gegen Rassismus und Gewalt“  wurde sie 2022 ausgezeichnet. Sie schreibt, produziert und moderiert in öffentlichen und privaten Medien, Radiosendungen und Publikationen. Auf frrapò produziert und moderiert sie die panafrikanische Radiosendung Mboa’su seit 2016.


15.30 – 17.00 Uhr / Clubraum
Werkstattgespräch

Mit Andreas Ammer und Jan Jelinek

Wenn der zweifache Kriegsblindenpreisträger Andreas Ammer auf den zweifachen Karl-Sczuka-Preisträger Jan Jelinek trifft, dann begegnet „Radio Inferno“ dem „Scheitern der bemannten Raumfahrt“, dann trifft „Apokalypse live“ auf „Beweisstücke für das Bombardement“ und „Sie sprechen mit der Stasi“ auf „Überwachung in drei Episoden“. In ihrem Werkstattgespräch erzählen die beiden von ihren Arbeitsweisen, Ästhetiken und ihrem je eigenen Zugriff auf ihr Material, ihre Themen und ihre Gegenstände.

(C) Stefan Salm

Andreas Ammer, Schriftsteller, Produzent, Fernsehjournalist, Hörspielautor und -regisseur. 1960 in München geboren, begann nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte der Naturwissenschaften als Assistent bei Alexander Kluge. 2023 bis 2026 Redaktion und Gestaltung der ARD-Literatursendung „Druckfrisch“. Im Hörspielbereich arbeitet er regelmäßig mit Musiker*innen wie Ulrike Haage und FM Einheit zusammen. Seine Stücke sind vielfach ausgezeichnet worden. 2024 feierte er mit seiner Hans-Flesch-Überschreibung „Radiologie – Entzauberung auf dem Sender“ zusammen mit „Driftmachine“ und „Rumpeln“ beim 15. Berliner Hörspielfestival den einhundertsten Geburtstag des Hörspiels in Deutschland. Zusammen mit FM Einheit wurde er zweimal mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet. 2019 erhielten die beiden den renommierten Günter-Eich-Preis für ihr Gesamtwerk.

(C) Ryo Mitamura

Jan Jelinek, geboren 1971 in Bad-Hersfeld, lebt in Berlin. Seine Werke verwandeln Elemente der Popmusik in abstrakte Klangtexturen. Anstatt traditionelle Instrumente zu verwenden, konstruiert er Collagen aus winzigen Klangpartikeln. Seit 2000 veröffentlicht er Material sowohl unter seinem eigenen Namen als auch unter verschiedenen Pseudonymen (unter anderem Ursula Bogner). Zu seinen zahlreichen Kooperationen zählen Projekte mit Sven-Åke Johansson, Sarah Morris und Masayoshi Fujita.  Seit 2012 schreibt und produziert er experimentelle Hörspiele für den öffentlich-rechtlichen Sender Südwestrundfunk (SWR), die sich mit fiktionalen Identitäten und Klanglandschaften auseinandersetzen. Er wurden 2012 dem Karl-Sczuka-Förderpreis und 2022 mit dem Karl-Sczuka-Preis ausgezeichnet.


17.30 – 19.00 Uhr / Clubraum
Das kurze brennende Mikro (#KBM)

Wettbewerb für Hörstücke von 5 bis 20 Minuten, TEIL 1 – mit Gesprächen mit den Produzent*innen

Moderation: Ingrid Wenzel

1 Etzel Mittnacht: Im Anfang war das Rauschen / 09:39
2 Luka Lenzin: Die Nachtrichen / 09:25
3 Carsten Brandau: 2 / 15:00
4 Thomas Breher: Unerzählbar / 19:42

Detaillierte Infos zu den Stücken finden sich hier!

Hörspiele mit sind Debütwerke und konkurrieren zusätzlich um den spartenübergreifenden Förderpreis Das zündende Mikro (Preisverleihung Sonntag, 20.09.2026, 21.30 Uhr).


19.30 – 20.30 Uhr / Saal
Language Monsters

Live-Act von Marc Matter

In dieser sprachbasierten Sound Performance verbinden sich abstrakte Sprachfetzen, aus unterschiedlichen Zusammenhängen gerissene Fundstücke (Schlagzeilen, Radionachrichten, Interviews) und ausgewählte Passagen aus Hörspielen zu einem nervös pulsierenden Ganzen und provozieren semantische Kollisionen mit offenem Ausgang. Eine Art Sample Poetry, die sich aus verschiedenen musikalischen und dichterischen Einflüssen speist – von Noise und Techno bis hin zu Cut-Up, konzeptueller Poesie, Unsinnsdichtung und Sprachspiel. Die musikalischen Aspekte ergeben sich rein aus Sprachklängen, die streckenweise elektronisch entfremdet werden. Im besten Fall mutiert das alles zu monströsen sprachlichen Einbildungen in den Köpfen des Publikums und facht die schiere Freude an tosenden Sprachüberraschungen an.

Marc Matter (*1974 in Basel) arbeitet künstlerisch und forschend im Bereich zwischen Sound und Sprache. Seine Arbeiten erscheinen auf Schallplatten (Futura Resistenza, Chocolate Monk, Mount Analogue, Slim Volume, Spoken Matter), als Auftragsarbeiten für das Radio (Deutschlandfunk Kultur, SWR, WDR) und werden ebenso live als Performances realisiert. Das alles basiert auf vorgefundenem Material, akustischen Bruchstücken aus den Medien, also Samples aus Radio, Fernsehen und dem Internet. Diese Fragmente werden neu kombiniert und zu Loops geschnitten oder akustischen Batzen angehäuft, was zu quasi-musikalischen Strukturen führt und Kollisionen von Klang und Bedeutung provoziert. Marc Matter wurde zweifach mit dem renommierten Karl-Sczuka-Preis ausgezeichnet: 2011 als Gründungsmitglied des Instituts für Feinmotorik für „Die 50 Skulpturen des Instituts für Feinmotorik“ und 2019 zusammen mit Ulrike Janssen für „Meerschallschwamm und Schweigefang“.

(C) privat

21.00 – 22.30 Uhr / Clubraum
Das kurze brennende Mikro (#KBM)

Wettbewerb für Hörstücke von 5 bis 20 Minuten, TEIL 2 – mit Gesprächen mit den Produzent*innen

5 Jürg Andreas Meister: Milchhunde / 13:12
6 Gerald Pirner: El Guernica – Ein Hörbild / 15:01
7 Caroline Mudingo: Transcontinental with Sarah Lubala / 15:26
8 Stephan Dorn: Mus musculus volans / 09:03
9 Stéphane Borrel: La Grenouille de Lycie / 05:17

Detaillierte Infos zu den Stücken finden sich hier!

Anschließend: Publikumsvoting, Online-Voting und Verleihung der Preise.

Hörspiele mit sind Debütwerke und konkurrieren zusätzlich um den spartenübergreifenden Förderpreis Das zündende Mikro (Preisverleihung Sonntag, 20.09.2026, 21.30 Uhr).


23.00 Uhr / Sesselclub
Party mit DJ Joke Lanz


Sonntag, 20. September 2026

Der MikroFlitzer und mehr


12.00 – 13.30 Uhr / Clubraum
Blind in der Zukunft II

Inklusion: Workshop-Präsentation

Moderation: Alexander Scharf
Mit Robbie Sandberg und Reiner Delgado (Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.) sowie Workshop-Teilnehmer*innen.

Ein behindertenfeindliches Regime, rebellierende Blinde und ein zivilisatorischer Gegenentwurf: Die aufständischen Blinden und ihre sehenden Freund*innen aus dem letztjährigen Hörspiel „Die Unheilbaren“ finden sich in der Floß-Stadt Pazifis wieder, die von Systemverweiger*innen gegründet wurde. Nach dem Hörspiel Bericht aus dem Workshop von und für Menschen mit Sehbeeinträchtigung.

Robbie Sandberg im Studio am Mischpult.

Robbie Sandberg, 54, aus Hamburg.
Als blindes Kind Sound-Basteleien mit Kassettenrecordern und Reel-To-Reel-Maschinen. 1990 erste eigene Band. Erfahrungen mit Mischpulten und Multitracking. Seit 1997 aktiv im freien Radio. Seit 2007 Ko-Organisator eines jährlichen Krimi-Hörspiel-Workshops. Erste Erfahrungen mit Software-Schnitt. Regie und Produktion von zurzeit 24 Hörspielen. Seit 2017 offSight-Podcast des DBSV-Jugendreferats. U.a. Audio-Tutorials zu Audacity und GarageBand. Audiophil, Geräuschesammler, Autodidakt

Reiner Delgado, lächelnd im Profil, gekleidet mit Sakko und Hemd.

Reiner Delgado, geboren 1970 in der Eifel, ist Sozialarbeiter und Religionspädagoge sowie Social Manager. Delgado ist blind. Er ist als Musiker, Autor und Sportler aktiv und macht seit 2022, angeregt durch das Berliner Hörspielfestival, auch eigene Hörspiele. Als Sozialreferent beim Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) arbeitet er auch für die kulturelle Teilhabe von Menschen mit Seheinschränkung und hat verschiedene Hörspielprojekte geleitet. Er ist Redakteur beim offSight-Podcast des DBSV. Er lebt und arbeitet in Berlin.


14.00 – 15.30 Uhr / Clubraum
This is (not) the end – Sound Studies and Sonic Arts an der UdK

Podiumsdiskussion

Moderation: Malte Giesen (AdK)
Mit Marcus Gammel (DLF), Prof. Daisuke Ishida (UdK), Elisa Visca, Martina M. Yáñez (Studentinnen, UdK), Miriam Akkermann (TU Dortmund)

Der Masterstudiengang „Sound Studies and Sonic Arts“ der Universität der Künste Berlin wird in der gegenwärtigen Form nicht weiter existieren. Wir diskutieren darüber, warum das ein Verlust ist, was das Schöne an experimentellen Klangwelten ist, und erfahren, in welcher Form der Studiengang fortbestehen kann.

(C) Ahmed Issa

Elisa Visca ist eine in Berlin lebende Künstlerin aus Italien, die in den Bereichen Multimedia Kunst, Videoproduktion und AV Performance tätig ist. An der Schnittstelle von Musik und visueller Kunst verbindet sie Live Visuals, DIY Instrumente, modulare Synthesizersysteme und Flöte zu vielschichtigen audiovisuellen Kompositionen. Ihre Arbeiten erforschen Prozesse des Entstehens, der Transformation und der Interaktion zwischen menschlichen und technologischen Systemen. Dabei entwickelt sie eine eigenständige Sprache zwischen experimenteller Klangkunst, Räumlichkeit und bewegtem Bild.

Martina M. Yáñez ist eine chilenische Klangkünstlerin und Forscherin. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen die Wechselwirkungen zwischen der Natur und ihren technischen Konstruktionen. Mit Live-Performances, Hörgeräten und Klanginstallationen fordert sie alternative Wege zur Neugestaltung unserer biologischen, kulturellen und historischen Umgebungen ein. Ihre Arbeiten wurden auf Festivals und Biennalen in ganz Lateinamerika sowie in Galerien und bei Veranstaltungen zur Medienkunst in Europa präsentiert. Ihre Texte wurden in Fachzeitschriften und Magazinen für Klangkunst und zeitgenössische Kunst veröffentlicht, darunter ((en))clave Sonora, Cuadernos de Arte und Sul Ponticello. Derzeit absolviert sie den Masterstudiengang im Fachbereich „Sonic Arts and Sound Studies“ an der Universität der Künste Berlin.

(C) Steinweg

Miriam Akkermann arbeitet als Musikwissenschaftlerin zu den Forschungsschwerpunkten Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, Computermusik und Musiktechnologie, digitale Musikwissenschaft, musikalische Aufführungspraxis und Musikarchivierung, sowie die Untersuchung der Wirkung von Musik auf Schlaf. Darüber hinaus befasst sie sich mit Praktiken des Kuratierens von zeitgenössischer Musik im interkulturellen Kontext. Sie wurde an der Universität der Künste Berlin im Fach Musikwissenschaft promoviert und habilitierte sich an der Universität Bayreuth. Ihre künstlerischen Arbeiten umfassen Klanginstallationen, Fixed Media Kompositionen und Performances mit Live Elektronik. Von 2024-2026 hatte sie die Ernst-von-Siemens Musikstiftungsprofessur an der FU Berlin inne. Seit März 2026 ist sie Professorin für Systematische Musikwissenschaft an der TU Dortmund.

Marcus Gammel verantwortet seit 2024 die Leitung der standortübergreifenden Abteilung Hörspiel Feature Radiokunst für die Programme Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur. Gammel war zuvor als Ressortleiter Hörspiel bei Deutschlandradio tätig. Nach dem Studium der Musikwissenschaft und Literatur in Paris, New York und Berlin arbeitete er als freier Dramaturg und Lehrbeauftragter an der TU Berlin. Zum Deutschlandradio kam er als Redakteur der Klangkunst. Von 2016 bis 2020 leitete er die Abteilung Radiokunst, bevor er zusammen mit Barbara Schäfer die heute standortübergreifend arbeitende Abteilung Hörspiel Feature Radiokunst aufbaute.

Daisuke Ishida  (*1980, Tokyo) ist ein in Berlin tätiger Künstler, der mit Klang und zeitgenössischen Medien arbeitet. Er studierte Politik- und Wirtschaftswissenschaften, sowie Sound Studies in Japan und Deutschland. Er interessiert sich für die Konsequenzen der künstlerischen Praxis und Theorie in Klang, Raum und Wahrnehmung. Seit 2020 ist er Professor für Sound Art / Klangkunst im Masterstudiengang Sound Studies and Sonic Arts an der Universität der Künste Berlin. Er war unter anderem Arbeitsstipendiat für Neue Musik und Klangkunst 2017 des Berliner Senats. 2002 war er Mitbegründer von The SINE WAVE ORCHESTRA, dass 2004 und 2019 eine lobende Erwähnung beim Prix Ars Electronica fand.

https://daisukeishida.net/

(C) Bastian Thiery

Malte Giesen studierte Komposition und Computermusik an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bei Marco Stroppa und Oliver Schneller, gefolgt von einem weiterführenden Studium am CNSM in Paris bei Gérard Pesson, an der HfM Berlin bei Hanspeter Kyburz sowie elektroakustische Musik bei Wolfgang Heiniger. Er gewann unter anderem den Komponistenpreises 2021 der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung und wurde 2018 im Rahmen des ECCO-Projekts der ECSA-Generalversammlung in Brüssel zum repräsentativen Komponisten Deutschlands gewählt.  Malte Giesen unterrichtete zeitgenössische Improvisation an der Hochschule für Musik Karlsruhe und elektroakustische Musik an der HfM „Hanns Eisler“ Berlin. Seit 2021 ist er Leiter des Studios für elektroakustische Musik an der Akademie der Künste Berlin [verlinken zu: https://adk.de/studio-fuer-elektroakustische-musik ]. Seine Werke werden in Deutschland und im Ausland aufgeführt.

https://www.malte-giesen.de


16.00 – 17.30 Uhr / Clubraum
Das lange brennende Mikro (#LBM)

Jurygespräch zum Wettbewerb für Stücke von 20 bis 60 Minuten und Preisverleihung

Moderation: Jochen Meißner (Juryvorsitz)
Die Fachjury präsentiert und begründet ihr Ergebnis.
Mit Ludwig Berger (Vorjahres-Preisträger), Nina Kronjäger (Schauspielerin), Robbie Sandberg (Hörspielproduzent), Friederike Wigger (Regisseurin).

Alle Hörstücke können während des gesamten Festivals in der „Höhle der Brennenden Mikros“ gehört werden – entweder on demand mit Kopfhörern oder zu festen Zeiten in Anwesenheit der Macher*innen, mit Publikumsgespräch im Anschluss (s. u.). Die Spielzeiten werden in Kürze hier bekannt gegeben sowie vor Ort ausgehängt. Das Gewinnerstück wird im Anschluss an die Verleihung des Preises gespielt.

Detaillierte Infos zu den Stücken finden sich hier.


17.00 – 18.00 Uhr / E-Studio
Führung durch das E-Studio der AdK

Malte Giesen stellt das Studio für elektroakustische Musik der Akademie der Künste vor.

Anmeldung bitte unter: info@berliner-hoerspielfestival.de

Das Bild zeigt das elektroakustische STudio von innen.
Studio für elektroakustische Kunst (C) Kai Bienert

18.00 – 19.00 Uhr / Clubraum
Der MikroFlitzer (#DMF)

Wettbewerb für maximal einminütige Hörstücke – mit Gesprächen mit den Produzent*innen  

Moderation: Inka Löwendorf

Die Hörspiele wurden innerhalb von zwei Wochen produziert und sollten den Satz „Ich kann das alles nicht mehr hören!“ sowie das Geräusch überschießender Hoffnung enthalten.

1 Gabriele Heller: Nothing but hope / 01:00
2 Armin Himmelrath: Halt’s Maul / 01:00
3 Peter Vittoria: Leon geht es gut
/ 01:00
4 Nic Romm: Wer lässt den Sack platzen? / 01:00
5 Lisa Paladino: Das Einhorn / 01:00
6 Andreas Miller, Christian Huchthausen: Ketchup oder Mayo / 01:00
7 Helmut Hostnig: Trump / 01:00
8 Silvina Iris Himmelrath: Stille / 01:00
9 Timo Sieke: Kraft Spray / 01:00
10 Alexander Scheutzow: Hoffnung für Dich! / 01:00

Detaillierte Infos zu den Stücken finden sich hier. Abgestimmt wird vor Ort und online.

Hörspiele mit  sind Debütwerke und konkurrieren zusätzlich um den spartenübergreifenden Förderpreis Das zündende Mikro (Preisverleihung um 21.30 Uhr).


19.30 – 20.30 Uhr / Saal
Getöse

Live-Happening mit der Kamerun-Qrella-Group und Gästen


Mit Liedern, Texten und Klangkunststücken von Masha Qrella und Schorsch Kamerun sowie als Gast Malte Giesen (E-Studio), Inga Löwendork und Installationen von blablabor, Sebastian Hocke und Sound-Studies-Studierenden der UdK: Panoptico Production, Eldar Tagi, Arlo Tomecek und Moana Ava Holenstein.

Die kollektive Klangversammlung „Getöse“ will herausfinden, was passiert, wenn Dinge, die sonst im „roten Bereich“ gemutet sind, wieder hörbar gemacht werden. Die Bühne wird zu einer temporären Begegnungsstätte für Formen und Menschen, Sounds und Texte, Ton- und Sprachspieler*innen, die sich so sonst nicht begegnen würden – mit einem einmaligen Live-Ton-Film. All das: Gekonnt ungeprobt und voller Überzeugung, dass auch unüberprüfte Positionen an einem Ort verhandelbar sind, der kein Terrain feindlicher Fremde darstellt. Anschließend: Gespräch mit den Künstler*innen.


Schorsch Kamerun (*1963 in Timmendorfer Strand) ist Musiker, Theaterregisseur und Autor sowie Mitbegründer der Hamburger Punkband „Die Goldenen Zitronen“. Seit den 1980er-Jahren zählt er zu den prägenden Stimmen der deutschsprachigen Pop- und Theaterkultur. Seine Theaterarbeiten entstehen häufig ortsspezifisch und in enger Zusammenarbeit mit lokalen Akteur:innen.  Sie verbinden dokumentarische Recherche, musikalische Elemente und partizipative Verfahren mit vielschichtigen Untersuchungen gesellschaftlicher und urbaner Transfomationsprozesse. Für seine WDR-Produktion „Ein Menschenbild, das in seiner Summe Null ergibt“ erhielt er 2007 den Hörspielpreis der Kriegsblinden. Sein Romandebüt „Die Jugend ist die schönste Zeit des Lebens“ erschien 2016 im Ullstein-Verlag.

Masha Qrella (*1975 in Ost-Berlin) ist Musikerin, Komponistin und Produzentin. Seit den 1990er-Jahren prägt sie mit ihrer eigenständigen Verbindung von Indie-Pop, Elektronik und experimenteller Musik die deutsche Musikszene. Mit dem 2021 erschienenen Album „Woanders“, auf dem sie Texte des Schriftstellers Thomas Brasch vertonte, schuf sie ein viel beachtetes Werk an der Schnittstelle von Literatur, Musik und Performance. Neben ihrer Soloarbeit komponiert sie regelmäßig für Theater-, Film- und Hörspielproduktionen und entwickelt Musik, die atmosphärische Klangräume mit literarischen und erzählerischen Bezügen verbindet.

(C) Diana Näcke

Hinter der KAMERUN QRELLA GROUP stecken Masha Qrella (Ost) und Schorsch Kamerun (West). Auf ihrem für November 2026 angekündigten Debütalbum „Abteilung Blühende Landschaften“ erkunden sie im künstlerischen Dialog die Geschichte der deutsch-deutschen Wiedervereinigung und ihrer Folgen: von bröckelnden Utopien ebenso wie von den einst darin eingeschriebenen Versprechen und Hoffnungen. Dem kulturpolitischen Scheitern und den damit verbundenen Verletzungen setzen sie ihre sprachlich-musikalische Verständigung entgegen, vertrauen dabei auf die verbindende Kraft der Kreativität und erteilen ausgrenzendem Populismus eine klare Absage. Die KAMERUN QRELLA GROUP entwirft eine Ost-West-Popkultur, die das Miteinander zur Strategie und zu gelebter Praxis macht – für „alle noch am Leben“ (aus „An den Reglern“, der ersten Singleauskopplung).

Einige der neuesten Songs der Group werden in GETÖSE zum Besten gegeben.


21.00 – 21.30 Uhr / Clubraum
Das zündende Mikro 2025

Uraufführung der Neuproduktion der BHF-Förderpreis-Gewinner des vergangenen Jahres


Amina Hassan, Helene Doppler und Julie Guigonis: Quick Changes / 21:53

Die Gewinnerinnen des spartenübergreifenden Förderpreises für Debütwerke Das zündende Mikro von 2025 stellen ihr neues Stück vor, das sie im E-Studio der Akademie der Künste produzieren konnten.

„Quick Changes“:
Der Trick funktioniert, aber er sitzt nicht. Ein Kunstprojekt versucht, sich zwischen schrillen Rufen nach der Polizei und der Angst vor dem falschen Wort zu behaupten. „Bist du neu? Bist du gefährlich? Bist du frei?“ “Quick Changes” geht dem Schnitt nach und bewegt sich zwischen Kürzungen an der Kunsthochschule, Zensur und Selbstzensur. Was entsteht trotz dieses unmöglichen Klimas? Und was offenbart sich im Zaubertrick, der Dinge zum Verschwinden bringen soll?

„Quick Changes“ war eine Aufführung beim Rundgang der UdK 2025 und Quick Changes war ein Skandal, der nicht kontextlos im Hochschulchaos passiert ist. Im Gespräch mit Beatrix von Pilgrim kommen wir dem Passierten auf den Grund.

Text: Amina Hassan
Konzept, Regie: Amina Hassan, Helene Doppler, Julie Guigonis
Sounddesign: Julie Guigonis

Anschließend: Gespräch mit den Produzentinnen und Malte Giesen.


21.30 Uhr / Clubraum
Laudatio und Verleihung der Preise

Das zündende Mikro 2026 (Förderpreis des Berliner Hörspielfestival e.V.)
Der MikroFlitzer 2026 (Publikumspreis)

Abschließend: Festival/Aus/Klang


Interaktives und Installatives

fortlaufend an allen Tagen


Hörstation: Die Höhle der Brennenden Mikros

Do-So, 17.-20. September, ganztags / Garten


Kommt in unsere geodätische Lausch- und Kuschelkuppel, und macht es Euch bequem. Versenkt Euch in die zehn Hörstücke, die für Das lange brennende Mikro nominiert sind, und besucht dann das Jurygespräch und die Preisverleihung am Sonntag, 20. September, um 16 Uhr im Clubraum.

Die Stücke könne on demand jederzeit per Kopfhörer über unsere Mediathek gehört werden, es gibt eine Kopfhörerausleihe am Infostand. Zu festen Zeiten werden die Hörspiele in der Lauschhöhle laut gespielt, meist in Anwesenheit der Macher*innen – mit Produzentinnen-Gespräch im Anschluss beim Festivalradio im Studiofoyer.

Foto: Berliner Hörspielfestival / Anke Beims
Listen with the artist!

Freitag, 18.09.
14.00 UHR: Mariola Brillowska: Frau in Blau sucht n Mann / 51:12 / mit der Autorin!
15.00 UHR: Elena Ubrig: Die Abteilung für elektrische Ohren / 23:15  / mit der Autorin! 
16.00 UHR: Mirjam Zeise: Sie ist eine Rose im Tal / 25:35  / mit der Autorin! 

Samstag, 19.09.
13.30 UHR: Giacomo Bagni, Veronica Lugaro: Parallele / 28:44 / ohne Autoren (hier gibt es das Skript auf Deutsch)
14.00 UHR: Kamala Dubrovnik, Max Hurlebaus: Weltraumradio Satinfunk / 38:16 mit den Autoren! 
15.00 UHR: Anderer Kunstverein e. V.: Mamluk Versuch #3 / 47:53 / mit einem der Autoren!
16.00 UHR: Dimitri Kousis, Boris Ghanem: Pangée / 60:00  / mit den Autoren!  (hier gibt es das Skript auf Deutsch)

Sonntag, 20.09.
13.00 UHR: Jess Hamilton: SOIL Rewilding the Underground / 44:33 / ohne Autorin (hier gibt es das Skript auf Deutsch)
14.00 UHR:  Forschungsgruppe Detektor: Die Entsiegelung einer Ecke / 40:01 / mit Produktionsteam!  
16.00 UHR: Jörg Piringer: verbrenner / 51:25 / ohne Autor, aber mit voraufgezeichnetem Gespräch!

Detailliertere Infos zu den Stücken finden sich hier. Hörspiele mit sind Debütwerke und konkurrieren zusätzlich um den spartenübergreifenden Förderpreis Das zündende Mikro (Preisverleihung 20.09.2026, 21.30 Uhr).


Festivalradio: Artist Run Space

Fr-So, 18.-20. September, 14.00-19.30 Uhr / Studiofoyer


An der Radio-Station finden Live-Talks mit Hörkünstler*innen, unabhängigen Radioschaffenden und Passant*innen statt, die was zu sagen haben. Aktionen, obskure Musik und Poetry Attacks am offenen Mikro. Mitmachen, mitreden, mithören, freie Rede, Gemeinschaft, Öffentlichkeit, radioaktive Unabhängigkeit? Demokratie und freie Radios im Stresstest.

Zu hören im Livestream auf www.radioindustry.de (QR-Code) oder am besten: live vor Ort. Mit Kopfhörern oder in LAUT auf dem Vorplatz am Festivalradio-SchauHÖRfenster.

Wir seh’n uns im Radio! Von und mit Radio Industry/Radio Woltersdorf (Frank Diersch und Thomas Müller).


Indoor: Headset benötigt! Kopfhörerleihe am Infostand
Outdoor: in LAUT auf dem Vorplatz am Festivalradio-SchauHÖRfenster

Sendeplan
Freitag, 18.09.

14.00 UHR: Mariola Brillowska: Frau in Blau sucht n Mann / 51:12 / mit der Autorin!
15.00 UHR: Elena Ubrig: Die Abteilung für elektrische Ohren / 23:15 ★ / mit der Autorin und Mitwirkenden!
16.00 UHR: Mirjam Zeise: Sie ist eine Rose im Tal / 25:35 ★ / mit dem Produktionsteam!
16.45 UHR: ÜBERRASCHUNG!
17.00 UHR:  Künstlerinnengespräch mit Hye Young Sin / Installation Plastic garden – Raised bed
17.30 UHR: Ute Wassermann und Joke Lanz / Live-Performance Half dead – Half alive (um 19.30 Uhr im Saal!)
18.00 UHR: ÜBERRASCHUNG!
18.30 UHR: ÜBERRASCHUNG!
19.00 UHR: Hermann Bohlen / Recording Ufo

Samstag, 19.09.

13.30 UHR: Giacomo Bagni, Veronica Lugaro: Parallele / 28:44 / leider ohne Autoren… (hier gibt es das Skript auf Deutsch)
14.00 UHR: Kamala Dubrovnik, Max Hurlebaus: Weltraumradio Satinfunk / 38:16 ★ / mit den Autoren! 
15.00 UHR: Anderer Kunstverein e. V.: Mamluk Versuch #3 / 47:53 / mit einem der Autoren!
16.00 UHR: Dimitri Kousis, Boris Ghanem: Pangée / 60:00 ★ / mit den Autoren! (hier gibt es das Skript auf Deutsch)
17.30 UHR: Marc Matter / Live Act Language Matters (um 19.30 Uhr im Saal!)
18.00 UHR: ÜBERRASCHUNG!
18.30 UHR: Bettie I. Alfred / Recording Ufo
19.00 UHR: blablabor: über die Installation radio_anja jukebox und freie Radioarbeit

Sonntag, 20.09.

13.00 UHR: Jess Hamilton: SOIL Rewilding the Underground / 44:33 / leider ohne Autorin… (hier gibt es das Skript auf Deutsch)
13.45 UHR: ÜBERRASCHUNG!
14.00 UHR:  Forschungsgruppe Detektor: Die Entsiegelung einer Ecke / 40:01 / mit Teilen des Produktionsteams!
15.00 UHR: Jörg Piringer: verbrenner / 51:25 / ohne Autor, aber mit voraufgezeichnetem Gespräch!
16.15 UHR: ÜBERRASCHUNG!
17.30 UHR: Schorsch Kamerun und Masha Qrella / Live-Happening GETÖSE (um 19.30 Uhr im Saal!)
18.00 UHR: Sebastian Hocke: Installation Willkommen in der Firmenzentrale + freies Hörspiel
18.30 UHR: ÜBERRASCHUNG!
19.00 UHR:  Emotional Technician (Yasmeen Al Quaisi) / Recording Ufo


Workstation: Aus der Box – Recording-Ufo

Fr-So, 18.-20. September, 14.30-19.30 Uhr / Foyer


Im Recording-Ufo, einem mobilen Aufnahmestudio, können Besucher*innen Hörminiaturen improvisieren, die später im Festivalprogramm und in der Mediathek der Festival-Website zu hören sind.

Täglich mit wechselnden Hörspielproduzent*innen: Mit Hermann Bohlen (Fr, 18. September), Bettie I. Alfred (Sa, 19. September), Yasmeen Al Quaisi (So, 20. September).

Felix Kubin 2025 am Recording Ufo – Foto: Berliner Hörspielfestival / Anke Beims
Fr, 18. September: Mit Hermann Bohlen
Foto: Berliner Hörspielfestival / Golo Föllmer

Hermann Bohlen ist Hörspielautor und -produzent. Aufgewachsen in Raven, Lüneburger Heide, machte er eine Lehre zum Schifffahrtskaufmann (abgebrochen) und studierte anschließend Sinologie in Berlin, Shanghai und Hamburg. Seit 1988 in Berlin sesshaft. Preise: zuletzt 2025 Deutscher Preis für Audiostories (ehemals Hörspielpreis der Kriegsblinden) für „Mœtteli“ und 2026 Günter-Eich-Preis für sein Lebenswerk. Er ist Mitglied der Akademie der Künste.

Sa, 19. September: Mit Bettie I. Alfred
Foto: Bettie I. Alfred

Schon als Kind wollte Frau Alfred besondere Atmosphären erschaffen und diese jemandem vorführen. Das gelang anfangs, indem sie mit Kindern im Wohnzimmer des Vaters eine Art Theater spielte. Meist bestand das Vorgeführte aus einer sich immerzu wiederholenden Szene, in der wenig gesprochen und am Ende viel auf Matratzen herumgelegen wurde. Heute schreibt Frau Alfred eine von Tragikomik durchwebte Hohlraum-Prosa und verarbeitet diese regelmäßig und leidenschaftlich zu ihren Alfredschen Schwarzweiß-Hörspielen.

Fürs Recording-Ufo bringt sie viele kleine Dinge mit, die schöne und auch schreckliche Geräusche machen: Aufziehhasen, Blechschüsselchen mit was drin, große und kleine Glöckchen und ein komisches Weihnachtsaufziehdrückinstrument. Dazu eine Schachtel mit bemerkenswerten Zeitungsausschnitten. Man kann sich einen aussuchen (beispielsweise „Ein Herz für Eckensteher!“) und etwas dazu improvisieren.

https://alfredwerke.com

So, 20. September: Mit „Emotional Technician“: Die Steuer in „übersteuert“
Foto: Yasmeen Al Quaisi

Die „Emotionale Technikerin“ ist eine Trickster-Zuhörerin, manchmal eine Dichterin, die für Stimme und Papier schreibt. Sie artikuliert und performt Sprache mit Klang, Essen oder Fürsorgepraktiken, um unaufhaltsame Formen der Literatur zu schaffen. Wenn sie mit Klang schreibt, verwandelt sich Yasmeen Al-Qaisi in nicht existierende institutionelle Formen, erfindet Berufe, geht Beziehungen mit Menschen und übermenschlichen Wesen ein und sendet vorübergehend oder mobil auf freien und öffentlichen Radiosendern.

https://jasminescu.com


Installation: radio_anja jukebox. Von blablabor

Sa+So, 19.+20. September, 15.00-19.00 Uhr / Studiofoyer
Foto: Dominique Züger

Eine überlebensgroße Jukebox, in der ein Mensch sitzt, der gegen Bares Radio abspielt: radio_anja! Ein kollaboratives Radioprojekt, das im Zwischenraum von Radio und Instagram kurze Hörspiele präsentiert. Zu hören sind die Beiträge ihrer Follower. Die Figur Anja tritt als Influencerin und Phantom auf und bleibt selbst stumm: „ein vielfältiges konstrukt. die follower machen sich eine vorstellung von anja, aber niemand kennt sie. anja ist das radio. ich bin radio: radio anja. wer aber ist ,anja‘?“ Findet es heraus!

Die Installation ist auch Teil des Live-Happenings „Getöse“ der Kamerun-Qrella-Group am 20. September um 19.30 Uhr.

https://www.blablabor.ch


Installation: Plastic Garden – Raised Bed. Von Hye Young Sin 

Fr-So, 18.-20. September, ganztags / Studiofoyer


Eine neue Klanginstallation aus der Reihe „Plastic Garden“, die auf dem spekulativen Szenario basiert, dass Plastikpflanzen ausschließlich durch Klang wachsen. Hier wird Klang zu einer Form der Kultivierung durch verschiedene Beetpfleger. Im begehbaren Hörfeld erleben die Besucher*innen wechselnde klangliche Beziehungen, während sie sich zwischen den sechs Beeten bewegen – jedes mit verschiedener synthetischer Flora bepflanzt und die Handschrift eines anderen Gärtners tragend. Ein klingender Garten aus Plastik.

http://hyeyoungsin.info

Foto: Hye Young Sin

Installation: Willkommen bei der Firmenzentrale. Von Sebastian Hocke

Fr+Sa, 18.+19. September, ganztags / Studiofoyer


Ein interaktives Telefon-Hörspiel, bei dem man sich mittels Tastendruck durch Menüs und Ansagen manövriert. Oder eben daran vorbei. Man kann ein paar amüsante und denkwürdige Minuten an der Wählscheibe verbringen, den Hörer am Ohr.

Die Installation ist auch Teil des Live-Happenings „Getöse“ der Kamerun-Qrella-Group am 20. September um 19.30 Uhr.

Video: Sebastian Hocke

Klangskulptur: Ruqya. Von Farhad Farzali 

Fr-So, 18.-20. September, ganztags / Studiofoyer

Eine kinetische Klangskulptur aus motorisierten Metallglockenspielen, gestimmt auf mikrotonale Maqam-Skalen aus der ganzen islamischen Welt. Wo pentatonische Windspiele buddhistische Schwellen bewachen, schlägt dieses Werk ihr fehlendes islamisches Gegenstück vor: ein klanglicher Talisman für eine Zeit, in der – je mehr wir in das Digitale eintauchen – sich umso mehr die unsichtbare Welt erhebt, um uns zu begegnen.

(C) Kathrin Scheidt

Installation: saline catharsis. Von Moana Ava Holenstein

Fr-So, 18.-20. September, 12.00-19.30 Uhr / Frühstücksraum


Kristalle, Glas und Elektronik: „saline catharsis“ ist eine künstlerische Forschung, die das Züchten, Zuhören und Kochen als Praktiken der Auseinandersetzung mit Technologie untersucht. Ein Feedback-System, das aus piezoelektrischem Salz herangezüchtet wurde mittels der Praktiken des Kochens, Wachsens und Zuhörens. Die Arbeit basiert auf Rückkopplungen eines fragilen und leblosen Systems aus selbstgezüchteten Salzkristallen, das klingt und auf Bewegung reagiert.

Teile der Installation sind auch Teil des Live-Happenings „Getöse“ der Kamerun-Qrella-Group am 20. September um 19.30 Uhr.

Foto: Moana Ava Holenstein

Videogame-Installation: Eavesdropper. Von Salomé Lubczanski

Fr-So, 18.-20. September, ganztags / Studiofoyer


Ein antifaschistisches Kartografieprojekt als Videogame: Berlin als emotionsgeladenes Wimmelbildspiel in einer Gegenkartografie und Psychogeografie, die von queeren Theorien inspiriert ist und die Spieler*innen dazu einlädt, sich der Stadt als einem Ort zu nähern, der gelebt und umkämpft wird.

https://www.imakesound.art


Klangskulptur: Three Rhythms for Stained Glass. Von Kurt Reinartz

Fr-So, 18.-20. September, ganztags / Glasgang

Die Begegnung zwischen der unberechenbaren Beständigkeit des Tageslichts und Fotowiderständen erzeugt einen Rhythmus, der drei Buntglasfenster zum klanglichen Leben erweckt. Es entsteht eine Reibung zwischen Eschatologie und Phänomenologie.


Audiowalk-Installation: Gorgomish, a life. Von Eldar Tagi

Fr+Sa, 18.+19. September, ganztags / Studiofoyer


Gorgomish, wörtlich „Wolf und Mutterschaf“, ist ein persisches Wort für die Dämmerung, in der ein Tier kaum noch von einem anderen zu unterscheiden ist. Mit selbstentworfenen Vesperphones – tragbaren Sender-Empfänger-Geräten – lassen sich die Frequenzen der Echoortung von Fledermäusen in Klang und Noise übersetzen, beim Gang durch den Park oder auch mit akustischen Spielelementen im Raum. Eine Hommage an ein verfemtes Tier.

Teile der Installation sind auch Teil des Live-Happenings „Getöse“ der Kamerun-Qrella-Group am 20. September um 19.30 Uhr.

https://eldartagi.com


Service

Kinderbetreuung und Begleitservice

Kinderbetreuung

Fr-So, 18.-20. September, 15.00-19.00 Uhr


Angebote für Kinder von zwei bis zehn Jahren, begleitet von einer Pädagogin. Instrumente bauen, Geräusche erzeugen, hören, raten – oder einfach Hörspiele hören, spielen, puzzeln, lesen. Damit auch Familien und Alleinerziehende am Festival teilnehmen können.

Die Zahl der Plätze ist begrenzt. Anmeldung unter info@berliner-hoerspielfestival.de ist erbeten.


Begleitservice

Do-So, 17.-20. September, ganztags / auf Anfrage


Kostenloser Begleitservice für Menschen mit Behinderung, insbesondere für blinde Gäste. Nur mit vorheriger Anmeldung unter info@berliner-hoerspielfestival.de oder +49(0)179/8933193 (auch per Sprachnachricht via WhatsApp oder Signal). Unsere Spielorte sind barrierefrei. Der Eintritt ist für Menschen mit Beeinträchtigung und ihre Begleitperson frei.

Im Vorfeld präsentierte das Festival im Rahmen der Berlin Art Week die Tage der offenen Tür der freien Community Radios. Unabhängige Berliner Sendestationen öffnen ihre Pforten und bieten vor Ort Einblicke in ihre künstlerische und soziokulturelle Arbeit. Mit Live-Radio-Streams und Guest-Shows, Performances und Soundart-Installationen. Hören ist Kunst!

Freitag, 11. September 2026

Mutant Radio, Cashmere Radio

17.00–22.00 Uhr: MUTANT RADIO

Radio-Stream mit Guest-Show
Mutant Radio / Bild: Michael Kennedy

Mutant Radio ist eine Community-Plattform für Musik und Kultur, die alles von Mixes und Live-Auftritten bis hin zu Interviews, Gesprächen und Bildungssendungen streamt. Es ist ein Ort, an dem Künstler, DJs und kulturelle Stimmen zusammenkommen, um Klänge, Ideen und Geschichten auszutauschen. Mit mehr als 90 festen Mitwirkenden und 50 wöchentlichen Gästen lebt Mutant Radio von der Zusammenarbeit mit Festivals, Labels, Plattenläden und Kulturstätten weltweit. Seine Wurzeln hat die Radiostation in Georgien, wo ein voll ausgestatteter Studio-Wohnwagen in einem ehemaligen Umspannwerk in Tiflis sendet – zugleich Bar, Kulturzentrum und Sendezentrale, in der auch Veranstaltungen, Ausstellungen und Workshops stattfinden. Seit April 2025 hat Mutant Radio nach Berlin expandiert und damit neue Verbindungen für lokale und internationale Gemeinschaften geschaffen. Euch erwarten Live-Streams mit Guest-Shows am offenen Mikro.

Vor Ort: Bar „Du Beast“ / Innstraße 4, 12045 Berlin-Neukölln
Im Stream: https://www.mutantradio.net/
Siehe auch: Berlin Art Week


18.00–22.00 Uhr: CASHMERE RADIO

Radio-Show mit Radio Croccante und Noise-Performance von MAF
Foto: Cashmere Radio
Foto: Cashmere Radio

Das findet am Freitag im Cashmere 🐐 statt: Den Abend über werden Radio Croccante und Freunde aus dem Kollektiv den Cashmere-Raum mit einer Reihe von Live-Radiosendungen, Gesprächen und Musikauswahlen in Beschlag nehmen. Die Klänge werden sich frei bewegen, von Italo-Disco und lateinamerikanischer Folklore bis hin zu House, Jazz und anderen unerwarteten Richtungen. Irgendwo in diesem Mix wird Chiptune 8-Bit-Techno live spielen – direkt aus ihren Game Boys.

Später wird das Azymuth-Kollektiv mit einer Lesung und einer Live-Performance einsteigen und Literatur und Poesie in den Mix einbringen. Um 19 Uhr findet eine Performance von MAF im Rahmen des Berliner Hörspielfestivals statt.

Radio Croccante ist ein unabhängiges Webradio und Kollektiv, das überall, vor allem aber in Berlin ansässig ist. Als lockeres und vielfältiges Netzwerk aus DJs, Musikern und Radiomachern senden wir eine Mischung aus Musik, Gesprächen und verschiedenen Beiträgen aus der Underground-Szene. An diesem Abend übernehmen wir den Cashmere Space mit einer Radio-Sondersendung! Kommt vorbei oder schaltet ein – es wird ein besonderer Abend für die Community! ✨✨

19.00 Uhr: Noise-Performance MAF
Live-Act

Nur mit Voranmeldung über: Cashmere-Radio

MAFs (Chris McWayne) Arbeit ist von tiefem Zuhören und einer gemeinsamen Sensibilität für Raum, Material und Präsenz geprägt. Dabei steht der Prozess, der sich durch intuitive Erfahrung, gegenseitiges Vertrauen und Einstimmung entfaltet, über dem Klangerlebnis von Noise.

Im Stream: https://cashmereradio.com
Siehe auch: Berlin Art Week


Samstag, 12. September 2026

Refuge Worldwide, Cashmere Radio, Radio Industry / Radio Woltersdorf

10.00–17.00 Uhr: REFUGE WORLDWIDE

Live-Radio-Show – Stream, Talks und Get-together
Foto: Refuge Worldwide
Foto: Refuge Worldwide
Foto: Refuge Worldwide

Ein gemeinnütziger Radiosender, der eine breite Palette an Musik und Themen verstärkt und rund um die Uhr aus Neukölln sendet. Das Programm des Senders zielt darauf ab, eine vielfältige Bandbreite an Stimmen zu präsentieren und all denen Raum zu geben, die bisher noch keine Gelegenheit hatten, eine Radiosendung zu moderieren.

Refuge Worldwide ist nicht nur ein Radiosender, sondern auch Bildungsplattform und Veranstaltungsreihe: Es finden regelmäßig Workshops, Fortbildungen und Kurse in den Bereichen Medien, Kreativwirtschaft und psychische Gesundheit statt, die Teilnahme ist kostenlos. Refuge Worldwide beteiligt sich zudem an einer Reihe von Kooperationsprojekten rund um den Globus mit gleichgesinnten Kollektiven, Radiosendern und Aktivist*innen.

Vor Ort: Niemetzstraße 1, 12055 Berlin-Neukölln
Im Stream: refugeworldwide.com
Siehe auch: Berlin Art Week


12.00–20.00 Uhr: CASHMERE RADIO

Live-Radio-Show, Performance von Oda Starheim, Audiowalk-Installation von Eldar Tagi
Gorgomish, a life von Eldar Tagi

Soundart-Installation und Audio-Walk

Gorgomish, wörtlich „Wolf und Mutterschaf“, ist ein persisches Wort für die Dämmerung, in der ein Tier kaum noch von einem anderen zu unterscheiden ist. Mit selbstentworfenen Vesperphones – tragbaren Sender-Empfänger-Geräten – lassen sich die Frequenzen der Echoortung von Fledermäusen in Klang und Noise übersetzen. Beim Gang durch den Park oder auch mit akustischen Spielelementen im Raum. Eine Hommage an ein verfemtes Tier und seinen Klang.

https://eldartagi.com

Foto: Eldar Tagi
16.00 Uhr: Porous, Stimmperformance von Oda Starheim

Singen am Rande der Stimme, in und außerhalb von Körpern, in und außerhalb von Hohlräumen. Durch erweiterte Gesangstechniken und elektronische Live-Bearbeitung spürt die Performerin der Zerbrechlichkeit und den Grenzen ihrer Stimme nach. Einer Stimme, die niemals zur Ruhe kommt, sondern sich vervielfacht, auflöst, mutiert, entfremdet, verzerrt.

https://odastarheim.com

Im Stream: https://cashmereradio.com
Siehe auch: Berlin Art Week

Foto: Zeb Ringer

12.00–20.00 Uhr: RADIO INDUSTRY / RADIO WOLTERSDORF

Radio-Show, Soundart-Installationen, Plattenladen, offenes Mikro

Nichtkommerzielles, freies Radio aus dem Umfeld der Spielerei: Das Raumensemble an der Woltersdorfer Schleuse besteht aus dem Plattenladen Spielerei, dem Studio für Radio + Grafik (STRG), dem Lokal (Radiobar) und dem Studio II. Die Studios sind der Sitz von Radio Woltersdorf und von Radio Industry, dem Festival für Kunst + Gegenwart, direkt am Berliner Stadtrand.

Zu seinem 10-jährigen Jubiläum feiert Radio Woltersdorf die Idee der Community Radios. Besucher*innen werden Redaktionen, Projekte und Studios vorgestellt, in denen zeitgleich Ausstellungen stattfinden. Im Lokal gibt es Getränke & Co. zu Talk Sessions, der Plattenladen hat geöffnet, auf der Terrasse legen Künstler*innen Musik auf, und vor der Tür steht ein offenes Mikrofon. Eine Einladung zum Artist-Run- und Community-Based-Space an der Schleuse! Es geht um die verbindende Kraft von Community Radios und Kunst sowie um die Zukunft der Radiowelle im Zeitalter der künstlichen Intelligenz – und darum, was Kunst mit Radio und Radio mit Kunst zu tun hat. Und die Tram 87 fährt bis vors Studio.

Soundart-Installationen:
saline catharsis von Moana Ava Holenstein
Kristalle, Glas und Elektronik: „saline catharsis“ ist ein Rückkopplungssystem, das aus piezoelektrischem Salz herangezüchtet wurde und durch die Praktiken des Wachsens, Kochens und Zuhörens entwickelt wurde. Die Arbeit verbindet ein lebendiges Rückkopplungssystem mit den Spuren seiner eigenen Entstehung. Sie ist eine fortwährende Aushandlung von Kontrolle mit einem reagierenden, fragilen und leblosen System.

https://soundsgood.tech

TBA von Jana Debrodt
In installativen und elektroakustischen Arbeiten wird Klang als Mittel der Wahrnehmung und Erkenntnis untersucht. Durch den Einsatz von Sensoren, Alltagsmaterialien und eigens entwickelten technischen Systemen werden Prozesse hörbar gemacht, die sich der unmittelbaren Wahrnehmung entziehen. Die Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Skulptur, Bewegung und Zeit.

www.jana-debrodt.de

Vor Ort: Schleusenstraße 34, 15569 Woltersdorf
Im Stream: https://www.radio-woltersdorf.org / https://www.radioindustry.de
Siehe auch: Berlin Art Week

Foto: Radio Industry
Foto: Moana Ava Holenstein
Foto: Moana Ava Holenstein