/// Das lange brennende Mikro – Die Nominierten

Hörstücke bis 60 Minuten (#LBM) in alphabetischer Reihenfolge.

Der Jurypreis /// Das lange brennende Mikro ist mit dem Audio-Produktionsstudio Rødecaster Pro II von Røde und einer radiohistorischen Trophäe aus den Beständen des legendären „Funkerberg“-Museums dotiert.
Jasmina Al-Qaisi: A Stork Story / 50:29
In search of a main character for an untold sci-fi story: empirical knowledge and personal experiences, myths and my own delirium, knit together a story of storks which transcends taxonomy and care for bodies and becomes a curious evolutionary journey of birds and births. Like a science fiction in the making, this story speculates on possibilities of togetherness and it takes the power of fiction as a fuel for real-life changes. Docufiction in English, Romanian and Spanish.
Susanne Franzmeyer: Wellenbrecher / 54:33
Irgendwann in naher oder ferner Zukunft. Die Pandemie von 2020 brachte etwas ins Rollen, das nicht mehr zu stoppen war. Mutation folgte auf Mutation. Bis noch gänzlich neue Probleme hinzukamen. In diesem Chaos aus verzweifelten Versuchen, einem kaum mehr kontrollierbaren Zusammenbruch innerer und äußerer gesellschaftlicher Strukturen bewegen sich die WELLENBRECHER in einem undefinierten Raum voller Unsicherheit, Kreativität, Überlebenskampf und hoffnungsvoller Erwartung an die Zukunft.
Leonie Jenning: Endstation Deutsche Sehnsucht / 58:50 *
Vor einiger Zeit hat ein Berliner Sender die Aktion: „Kommt Zeit. Dreht Rad. Pflanzt Baum.“ ins Leben gerufen. Bei eine Naturtombola auf dem Waldsieversdorfer Jägerfest haben sechs TeilnehmerInnen eine Waldtour durch den Strausberger Forst gewonnen. Ein Volontär vom Radio wird die Gruppe bei ihrer Expedition begleiten, aber wer soll später einem Mitschnitt glauben, der versucht, realistisch zu dokumentieren, wie ihnen da draußen die Realität vollkommen abhanden kommt.
Antonius Koschorz: Im Gebüsch / 22:55
Mitten in einer globalen Notlage spaziert ein junger Mann gedankenversunken mit einem Hund durch die Straßen und versucht, die Entfremdung zur Welt, zu seinen Mitmenschen und dem eigenen Bewusstsein zu überwinden. Tatsächlich scheint es, als könne er den Bezug wiederherstellen. Doch dann holt ihn sein Schicksal ein. “Im Gebüsch” fragt nach Solidarität, Mitgefühl und Verantwortung, und welchen Einfluss die mediale Vermittlung zwischen Mensch und Gesellschaft darauf hat.
Janette Mickan (Lunatiks): Blühende Randschaften * Stahl / 57:34 *
Das Stahl- und Walzwerk Brandenburg war einst der größte Rohstahlproduzent der DDR. Nach der Wende dann der typische Verlauf: Verkauf durch die Treuhand und Entlassungswelle. Ein Teil des Werkes wird endgültig stillgelegt. In einer unbestimmten Zukunft macht sich der Simulationstester Ulf Sennhausen in der Singularität M.Ü.M.Y. auf den Weg, diese Zeit des Umbruchs zu erforschen. Er findet eine Familiengeschichte, die ihn mehr in ihren Bann zieht, als ihm lieb ist.
Gesche Piening: Produziere Ich / 21:08
„Produziere Ich“ erzählt von den allgegenwärtigen Zynismen eines Kulturbertriebs, der bei Auftragsarbeiten wie selbstverständlich die ganze Person beansprucht und entsprechend unausgesetzt nicht-vergütete Zusatzleistungen einfordert. Und so stellt „Produziere Ich“ auch die Frage nach produzierendem und produziertem Ich in typischen Akquise-Situationen von Autor*innen im frühen 21. Jahrhundert.
Henriette Schmidt: Kopfkino – Stadtspaziergänge #15 Flamingos. Vielleicht Einhörner (oder eine Obergrenze für Reichtum) / 36:33
Es kommen immer mehr dazu. Neue Köpfe, Rümpfe, Hände und Gebärden bilden Reihen und schreiten in Richtung Frühlingsanlagen – die Stadt wächst und mit ihr die Frage: Braucht es eine Obergrenze für Reichtum? Hat irgendwer eine Idee? Irgendwer? Medhi Moradpour lädt ein zum Morgenmagazin „Schiffbruch mit Zebra“ live aus dem Open-Air-Studio auf der Weideninsel – der großen! Es geht um – wie letzte Woche schon angekündigt – Reichtum. Und am Mikrofon wie immer Eure Zebra!
Peter Stamer: 26. April 1986 / 58:59
Die Menschen, die sich am Abend des Supergaus in Tschernobyl in der Berliner Wunderbar treffen, wissen noch nichts von der Wolke, die sich gerade zu ihnen auf den Weg macht. Stattdessen kreisen die Sabines und Wolfgangs lieber um ihre menschlichen und allzumenschlichen Geschichten, ihre Eigenheiten, Wünsche und Hoffnungen, bis am Ende die Bartür aufgestoßen wird, und herein kommen …

Texte der Autor:innen. Alle Visuals von Josef Maria Schäfers.