// Das kurze brennende Mikro 2022 – Die Nominierten

Hörstücke von 5 bis 20 Minuten in alphabetischer Reihenfolge (#KBM). Vorführung am Samstag, 3. September 2022.

// Das kurze brennende Mikro ist mit dem professionellen Monitorkopfhörer ATH-M50x von Audio Technica und einer radiohistorischen Trophäe aus den Beständen des legendären „Funkerberg“-Museums dotiert.
Hannah Bründl: Milch / 05:38
Ein Vexierspiel zwischen Text, Bild und Sound. Ein literarisches Nachdenken über den Blick (des anderen, vgl. Sartre). Ein Versuch über das Sein während des Angeblickt-Werdens. Surreal-lyrischer Text, entstanden zu einer Grafik des österreichischen Künstlers Emil Siemeister aus dem Buch “Iris und Pupilla: zum künstlerischen Werk von Emil Siemeister”, 2019. Sounddesignt, geschnitten und athmosphärisch herausgearbeitet von der Sounddesignerin Hanna Brühwiler.
Ralf Haarmann: Urbanes Narrativ / 07:58
Jonte und Anton zeigen ihr Geheimversteck und führen die Hörer*innen in andere Welten. Die Grundidee war musikalischer Natur: Ich wollte die Kinder in den Mittelpunkt stellen und die Musik aus ihren Stimmen ableiten. Aber „Das Geheimversteck“ ist nicht „nur“ ein Musikstück, sondern vielmehr ein Hörspiel, das alle akustischen Möglichkeiten ausschöpft, um die Hörerinnen und Hörer mitzunehmen in eine eigentümliche und abenteuerliche Kinderwelt.
Moritz Hanfgarn: Eine Landschaft der geneigten Köpfe / 13:01 *
Welche Arten von Stille gibt es? Und was hat das mit Baumärkten und Wahrscheinlichkeitsrechnung zu tun? Und vor allem: Ist Stille das Geräusch der Depression? Auf diese und andere Fragen findet das Hörspiel “Eine Landschaft der geneigten Köpfe” keinerlei Antworten, weil es sich dafür viel zu viel Mühe gibt, sich selbst immer wieder in Widersprüche um das Phänomen Stille zu verstricken.
Michael Kanofsky, Kathrin Ferch, Anna-Maria Pahlke: Strategien der Bedrohung / 16:34
Den Schnuffi im Geisterhaus vergessen – damn girl! Was tun? Und das Geisterhaus so: Achtung, Bedrohung! Und du so: Selber! Und das Geisterhaus so: Ja, ja. Und wir wissen alle, wie das weitergeht. Und alle anderen so: Strategien der Bedrohung?!
Enrique Keil, Ingrid Noemi Stein: Pferd auf einer Tanzfläche / 19:12
Eine Frau und ein Mann erwarten Gäste und bereiten das Dinner vor. Doch dieser Alltag ist fragil und bekommt Brüche. Im Dunkeln hinter den geschlossenen Augen erwacht der Wald, ein Unfall geschieht, und ein Moderator reitet durch die Gedanken. “Was siehst du?” ist mehr als die Frage des Mannes nach den inneren Bildern der Frau. Es ist die Frage nach der inneren und äußeren Stabilität ihrer alltäglichen Welt. Ein auditives Kammerspiel mit Küche, Wald, Pferd und Befreiung.
Katharina Lang, Freya Siewert: Die weiße Stadt am Meer / 19:41 *
Drei Freunde wachsen in den 1990er Jahren in Mecklenburg auf, wo sie „rechts wie alle“ sind. Es ist eine Zeit, in der sich in Ostdeutschland sehr viele Jugendliche radikalisieren und mit rechtem Gedankengut identifizieren. Während sich einer der drei Freunde dem Nationalsozialistischen Untergrund anschließt, versuchen die anderen zwei, diese Phase hinter sich zu lassen. Doch die Vergangenheit holt sie immer wieder ein.
Sebastián Pafundo: La Sombra / 18:10
Los músicos fueron sumando capas sonoras a partir de una especie de esqueleto sonoro que les envíe. Fueron escuchando lo que yo les enviaba sumando sus portes, algunos grabaron sobre lo que les iba enviando y otros me mandaron material suelto, luego yo iba armando la obra agregando, sacando, filtrando, etc, etc otros materiales. Inspirada en la idea de Carl Gustav Jung Jung ; llamó “sombra” a todos los aspectos ocultos o inconscientes de uno mismo, tanto positivos como negativos, que el ego ha reprimido o nunca ha reconocido. La obra de Carl G. Jung se encuentra atravesada permanentemente por la idea china del Ying y el Yang, desde los principios energéticos hasta los tipos de personalidad, desde la oposición consciente-inconsciente, hasta la compensación propia del sueño; y sobre todo si tomamos todo el desarrollo de los trabajos alquímicos. “Todo es doble; todo tiene dos polos; todo su par de opuestos: los similares y los antagónicos son lo mismo; los opuestos son idénticos en naturaleza, pero diferentes en grado; los extremos se tocan; todas las verdades son medias verdades; pueden reconciliarse todas las paradojas.” Hermes Trimegisto, El Kybalión , Bs. As. 1998, pág. 85
Rafael Simmann, Mareike Färber, Charlotte Wendt: Wie sagen wir Angst / 19:00 *
Die Wahrnehmung von Gefühlen ist eine grundlegend menschliche Eigenschaft und dennoch sehr subjektiv und individuell. Der einen Person fremd, können sie das Leben einer anderen Person stark beeinflussen. Basierend auf realen Erfahrungsberichten, beginnt eine immersive, akustische Wahrnehmungsreise durch den von Angstgefühlen geprägten Alltag der Protagonistin. Ziel ist die Förderung offener Kommunikation und Empathie in Bezug auf Eigen- und Fremdwahrnehmung.
Hye Young Sin: Patterns for benches / 07:09 *
This project explores how urban public space builds up its environment by excluding marginalized groups shown in devices of urban furniture. The current architectural adoption is surprisingly slight, implicit, banal to be unobserved and acceptable for citizens. However, it plays a critical role to define who can use public space and to whom it belongs. By observing and describing, it deals with how those are built up and the arrangement is made for exclusion.
Sarah-Lena Steinhauser: Mohnrot / 09:46
Gefangen zwischen den Störgeräuschen der Vergangenheit und den Zwangsgedanken der Gegenwart. Gesucht wird ein Ausweg in die Freiheit. Ein Leben frei von Zwang. Frei von Angst. Der Ausweg soll eine Mutprobe sein. Eine Frau zurrt sich zwischen den Gleisen fest. Sie konfrontiert sich mit dem Ungetüm aus Metall, das unbarmherzig über die Gleise rattert. Gleich dem Zug ihrer Gedanken und Erinnerungen. Über sie hinweg. Eine Frau legt sich auf die Gleise, um zu überleben.
David Westphal: Substanz / 11:19 *
Atmosphären aus einer unerklärlichen Faszination für den Begriff Substanz.

Texte der Autor:innen. Alle Visuals von Josef Maria Schäfers.