/ Das glühende Knopfmikro 2022 – Die Nominierten

Hörstücke bis 5 Minuten in alphabetischer Reihenfolge (#GKM). Vorführung am Freitag, 2. September 2022.

 

/ Das glühende Knopfmikro ist mit der Mehrspur-Recording-Studio-Software „Mixcraft 9 Pro Studio“ von Klemm Music Technology und einer radiohistorischen Trophäe aus den Beständen des legendären „Funkerberg“-Museums dotiert.
Verena Dürr: Amelia Earhart Pfannkuchen / 05:00
Kunst, Küchenlieder und Himmelsritt. Gedicht- und poetisch-musikalische Assoziation zu der US-amerikanischen Flugpionierin und Feministin Amelia Earhart, weiblichen role models, dem zwiespältigen Verhältnis zur Pfannkuchenproduktion und dem eigenen Werk.
Katrin Geelvink: Sogge / 02:23
Alltag! Mit all seinem Trubel und dem ständigen emotionalen Auf und Ab. Die Hausfrau, eingespannt zwischen Gesellschaftspflege, dem Haushalt und ihrem auskunftsbedürftigen Ehemann, nimmt sich ein paar Minuten Zeit nur für sich. Sie möchte sich erneut ihrem Kurs für Gewaltfreie Kommunikation widmen. Allerdings scheint sie die rechte Ruhe dafür nicht finden zu können. Am Ende ist klar, dass sie den Kurs neu starten wird oder gleich zur Entspannung ins Pfälzer Umland fährt.
Sebastian Hocke: Transmission / 4:58
Der elektrischen Klangübertragung haftet das Wunderbare an, das Transzendente. Was einmal über den Äther gegangen ist, lässt sich nur noch schwer einfangen. Daran haben auch sämtliche Aufnahmeverfahren nichts geändert. Das Flüchtige ist ihm zu eigen. Es ist immer ein bisschen, als würde man Geistern lauschen und versuchen, mit den Toten ins Gespräch zu kommen.
David Hoffmann: Natan / 04:40
In der Antarktis wurden Hinweise auf ein Paralleluniversum entdeckt, in dem die Zeit rückwärts läuft. Dort trifft der sterbende Forscher Natan auf sich selbst und erkennt: Seine Welt ist ein Palindrom.
Rainer Kremser: Chimaira / 05:00
Ein Protagonist* reflektiert in einem „stream of consciousness“ seine Positionierung im schwarzkatholisch bourgeoisen Lebensgebäude. Dabei entsteht ein zunehmend abgründiges, zynisches und narzisstisch orientiertes Menschenbild. Der Text ist wesentlich durch Äußerungen und Lebensentwürfe real existierender männlicher Personen inspiriert.
Gwen Kyrg: home poem / 01:35
„home poem“ ist ein rhythmisches Kurzgedicht über die grundlegenden Dinge, Handlungen und Orte, die das Zuhause ausmachen. Es besteht aus Stichworten und einem Gegensatzpaar ihrer Beschaffenheiten, z. B. „doors open / shut“, sowie den Spuren, die Bewohner:innen hinterlassen: „pictures and photos / cake and candle“. Begleitet wird die Stimme von einer E-Gitarre, die den Takt und gegen Ende einen Akkord hält. Die Sprache ist Englisch.
Lorenz Maierhofer: Offbeat Emanzipation / 03:08
Wir brauchen dringend eine Offbeat-Emanzipation, damit der Groove der Zeit nicht zum Stechschritt verkommt: 1, 2, 3, 4 – ich, du, er, sie -, wir brauchen weniger ich und er, mehr du und sie. Hymnische Zitate deuten männliche und weibliche Aspekte an: Another world is possible … We shall overcome.
Barbi Marković: Angstübungen / 04:15
Kurze Beispiele des Alltagshorrors.
Cristian Marras: War / 01:00
This is the true story of, even in the face of terrible events, what remains, the memories that still make us suffer are not those linked to horrors and unspeakable events, but small, painful memories, the banality of everyday life.
Esther Nicklas: Der Mensch im Überfluss * / 04:18
Zwei Herren in einem veganen Restaurant. Rudolph schmeckt es. Thorben will sich abschaffen. Totalökologisch. Aber das ist noch lange nicht alles. Die totale Ökologie nimmt ihren Lauf und verfängt sich nicht nur in Thorbens Vorhaben. Auch die Freundschaft der beiden Männer gerät ins Wanken. Und immer dabei das Wildalp. Wohin das führt? Wohlmöglich in die Katastrophe.
Frank Rawel: Von einem der rauszog / 04:26
Ein unfassbares Verbrechen erschüttert die Welt: Ein USB-Stick wurde unkorrekt ausgeworfen. Trotz aller Warnungen! Ein Shitstorm rast los. Und welches Urteil wird gefällt?
Christian Ruhm: Böse Oma / 04:48
Auf einer nächtlichen Autobahnfahrt führt ein Vater-Sohn-Gespräch zu einem unerwarteten Ende.
Adi Traar: Sprachshow / 5:00
“Korruption! Korruption!”, tönt’s von überall. Dabei sollen wir uns die Frage stellen: Inwieweit sind wir selbst korrumpierbar? Ab welchen Punkt kann man es „käuflich“ nennen, was wir tun? So wie in der „Sprachshow“ geht’s natürlich gar nicht, und der Literaturbetrieb ist eine Hündin … Dafür bietet das Stück ein vielleicht poetisch-musikalisches Novum: Die Stimme des Protagonisten begleitet sich anfangs im Prozess des Sprechens selbst mit einer rhythmischen Struktur, sie bleibt sozusagen auf derselben Spur. Und sonst? Wann wird ein Laut zum Wort? Wann endet Sprache? Und vor allem: Wo spielt die Musik?

Texte der Autor:innen. Alle Visuals von Josef Maria Schäfers.