/// Das lange brennende Mikro – Die Nominierten

Call to Listen – ein postkolonialer Resonanzraum / 34:16
von Katharina Pelosi

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„Call to Listen“ ist eine mehrteilige Aufforderung zur Auseinander- setzung mit Politiken des Erklingens, Zuhörens und Gehört-Werdens im post_kolonialen Hamburg. Im öffentlichen Raum und in einem installativen Set-Up wird untersucht, wie Akte des Zuhörens zum Ausgangspunkt für performative Formen des Erinnerns in der städtischen Gegenwart werden können. Call to Listen fragt, wie Orte klingen, ob ihre Geschichte hörbar wird und auf welche Weise sich durch Klang die Wahrnehmung von Orten und ihrer historischen Bedeutung verändern kann. Call to Listen versucht einen akus- tischen Zugang zur post_kolonialen Gegenwart Hamburgs zu schaffen und damit einen Beitrag zur Debatte um eine entsprechende Erinnerungskultur zu formulieren: Klänge und Stimmen resonieren und durch Zuhören Erinne- rungsräume initiieren. Call to Listen lädt ein zum Response, zum Experimentieren mit dem politi- schen Potential von Klang und Formen des Zuhörens und sucht dabei nach Möglichkeiten, eine andere Praxis des Erinnerns sowie eine neue Imagination von Stadt zu entwickeln.

Dummrum / 58:23
von Tom Heithoff

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Das Dummrumstehen beginnt, wenn das Warten zu Ende ist. Man könnte auch sagen: Wenn vom Warten nichts mehr zu erwarten ist. Time-Management und Effizienzwahn haben das Dummrumstehn zwar an den Rand gedrängt. Aber dort kann es richtig gut gedeihen.

Hanna / 29:14
von Silvia Plail

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Wie immer, wenn Hanna schlecht drauf ist, dreht sie sich im Kreis. Ein mehrstimmiger Monolog – oder doch ein anderer Roman? – mit Hanna und allem, was dazugehört – wer weiß das schon?

Pornotopia. Eine Kartografierung pornografischen Neulands / 38:12
von Edda Reimann

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Pornotopia möchte den Diskurs um Pornografie mit Schwung ins 21. Jahrhundert katapultieren. Um ihn dort zu verorten, begleiten wir zwei Frauen, die ihr Schaffen der Pornografie verschrieben haben – nicht vor, sondern hinter der Kamera. Porno soll hier an seine Definitionsgrenzen getrieben und von Grund auf neu gedacht werden. Weder Abgesang noch Hymne, sondern ein Porträt zweier Frauen, die sich aufmachten, den Porno zu revolutionieren.

Vogel auf dem Leim: Abschied mit drei Stimmen / 52:20
von Helmut Hostnig

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Nach dem Tod der Mutter (Jahrgang 1923), die aus ihrem Leben erzählt, muss die Wohnung ausgeräumt werden. Zwei parallel geführte Stimmen reflektieren das Abschiednehmen, indem auch sie das Leben der Mutter Revue passieren lassen und sich mit ihrer Abwesenheit auseinandersetzen. Das Leben wird mit zeitgeschichtlichen Ereignissen, alltäglichen Erinnerungen, Tagebucheintragungen – wie auf einer Filmspule im eigenen Kopf – im Zufallsmodus und ohne Chronologie abgespielt. Eine lange Liste an Erinnerungen, die das Jetzt in Atem halten. „Vogel auf dem Leim“ ist ein Hybrid aus Dokumentation und poetischer Erzählung.

Wendy Pferd Tod Mexiko / 53:26
von Natascha Gangl & Rdeča Raketa

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Wendy, Pferd, Tod, Mexiko, Verlust, Kampf, Gewalt, Zärtlichkeit, Disziplin, Traum. Sprache wird zu Klang und Klang zu Sprache. Aus dem Fragmentarischem wird das Dichte gewebt. Aus dem Brüchigen das Ganze. Gegenstimmen, Gegensätze und Misstöne finden zueinander und klingen auf. Über die Verfremdung findet sich die Neudeutung. Im Verlorenen die Anfänge. Zeitstrukturen werden durch Loops befragt und montiert, Fieldrecordings aus Mexiko treffen auf Osojniks Gesang. Gesprochene Sprache verwandelt sich in Melodien, Noise verwandelt sich in bittersüße Rancheras.

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