Das 5. BHF: Der erste Tag /// Das glühende Knopfmikro

Mit der Verleihung des Publikumspreises für Kürstesthörspiele bis 5 Minuten Länge ging gestern der erste Tag des 5. Berliner Hörspielfestivals im Theaterdiscounter zu Ende. Vor dem vollbesetzten Auditorium (wir haben noch eine Stuhlreihe anbauen müssen) moderierten Marie Lilli Beckmann und Robert Schoen gewohnt charmant, die ersten drei Hörspiele, die im Wettbewerb um den Jurypreis /// Das lange brennende Mikro standen.

Moderator Robert Schoen im Gespräch mit Hörspielmacher Oliver Kontny. Foto: Tim Zülch

Robert Schoen, Oliver Kontny. Foto: Tim Zülch

Die anwesenden Hörspielmacherinnen und -macher gaben bereitwillig Auskunft über die Produktionsbedingungen unter denen ihre Stücke entstanden waren. Oliver Kontny berichtete von dem internationalen Projekt Iranian Voices, das vom schwedischen Rundfunk initiiert worden war und in fünf verschiedenen Sprachen (Schwedisch, Englisch, Deutsch, Türkisch und Persisch) realisiert worden ist. Mehr dazu hier auf Youtube. Die Dramaturgien des deutschen öffentlich-rechtliche Rundfunk waren zunächst skeptisch, so dass Oliver Kontny das Stück selbst realisiert hat. Inzwischen ist es von mehrern ARD-Anstalten und dem Deutschlandradio gesendet worden.

 

Moderatorin Marie Lilli Beckmann im Gepräch mit Hörspielmacher Felix Kubin. Foto: Tim Zülch

Marie Lilli Beckmann, Felix Kubin. Foto: Tim Zülch

Felix Kubin sorgte mit seinem akustischen Readymade „Mother in the Fridge“ – einem Telefongespräch mit seiner Mutter, das übungshalber auf Englisch geführt wurde – für Heiterkeit in Publikum. Dass die Mutter sich akustisch im Kühlschrank, dem Mülleimer, einer Pfanne im Treppenhaus uns schließlich im Keller wiederfand, bestimmte ihren Ort ebenso variabel wie genau: im Akustischen.

 

 

 

Robert Schoen, Suzanne Hensel und Carsten Schneider blicken gen Ithaka. Foto: Tim Zülch

Robert Schoen, Suzanne Hensel und Carsten Schneider blicken gen Ithaka. Foto: Tim Zülch

Suzanne Hensel und Carsten Schneider berichteten von der Entstehung ihres Hörspiels „Odyssee“, das im Vorfeld ihrer Inszenierung am Deutschen Theater entstanden war und mit Laiendarstellern, die sich auf eine Zeitungsanzeige gemeledet hatten, das Homersche Epos nacherzählt. Idealerweise sollten die Mitwirkenden das Epos vorher nicht gelesen haben, so dass das Stoff rein aus der Tradition der oralen (und medialen) Überlieferung neu erschaffen wird. Das Hörspiel ist auf den Seiten des Deutschen Theaters, nämlich hier herunterladbar. Die beiden Autoren waren mit ihrem Kürzesthörspiel „Die Menschen eines Tages“ auch im Wettbewerb um /// Das glühende Knopfmikro vertreten.

 

Steffen Thiemann. Foto: Tim Zülch

Steffen Thiemann. Foto: Tim Zülch

Nach einem Intermezzo mit dem ersten Teil der interaktiven szenischen Lesung „Wir mixen“ von Steffen Thiemann folgten die 10 nominierten Kürzesthörspiele.

Dann stimmte das Publikum über den mit einen Originalkopf-Mikrophon von Soundman Berlin dotierte Preis ab. Gegen Mitternacht war es soweit:

/// Das glühende Knopfmikro:

Ich mach’s kurz – berufstätig von Jan Frederik Vogt

Jan Frederik Vogt, Robert Schoen (hinter der Riesengladiole), Marie Lilli Beckmann. Foto: Tim Zülch

Jan Frederik Vogt, Robert Schoen (hinter der Riesengladiole), Marie Lilli Beckmann. Foto: Tim Zülch

 

Den zweiten Platz teilen sich bei Stimmengleichheit:

Konkret gesagt – Baufrau von Christian Berner

und

Die Menschen eines Tages von Suzanne Hensel und Carsten Schneider

Suzanne Hensel, Carsten Schneider. Foto: Tim Zülch

Suzanne Hensel, Carsten Schneider. Foto: Tim Zülch

 

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